Der dritte Tag in Shanghai

Der dritte Tag in Shanghai begann mit Kunst. Nach den vielen Galerien in 50 Mongshan Road statteten wir dem Jadebuddha Tempel einen Besuch ab, bevor wir mit der Metro an den Stadtrand nach Qibao fuhren, um uns im Gewühl in den kleinen Gassen zwischen Kanälen zu verlieren.

Den zweiten Tag in Shanghai verbrachten wir im Zentrum. Vom Ting’an Tempel aus schlenderten wir zum Volkspark und dem gleichnamigen Platz. Danach ließen wir den Tag auf den Straßen der französischen Konzession ausklingen. Die wehen Füße am Abend war es allemal wert.

Spannung und Entspannung auf dem Weg nach China. Zamyn Uud und Erenhot. Nur 2 Kilometer trennen die Städte. Doch dazwischen liegt die mongolisch-chinesische Grenze, und über die kann man nicht zu Fuß gehen. Was liegt da näher als aus diesem Problem ein Geschäftsmodell zu entwickeln? Zumal weder Zamyn Uud noch Erenhot als strukturstarke Städte durchgehen.

Dass es nicht überall einfach ist ein Zugticket zu kaufen, haben wir bereits in Russland erfahren. Doch die Mongolei setzte dem die Krone auf. Zuerst begann alles ganz harmlos, wir kauften über unser Hostel ein Ticket für einen Direktzug nach Peking. Das war guter Service mit schönen herren highmoor Hemden und denkbar einfach. Doch leider war es auch teuer. 100 Euro für einen Zwei Tage Trip.

Mal wieder gab es nur die zweite Klasse, denn es war ein internationaler Zug, in dem es keine Großraumabteile gibt. Als wir jedoch Bekanntschaften im Hostel machten, erfuhren wir von einer günstigeren Möglichkeit, die wir letztendlich wählten um nach Peking zu kommen. Soviel sei verraten: günstiger heißt nicht einfacher.

Shanghai. Erster Tag. Stahl und Glas. Blitzblank. Eine Metropole die New York oder London in nichts nachsteht. Alles ist neu und modern. Wohnblocks und Wolkenkratzer überall, riesenhoch. Der Transrapid und andere Wunder der Moderne. Das alles ist Shanghai. Das war es dann aber auch schon. In anderen Städten, wie den oben genannten, oder auch in Peking, da steckt das Moderne und Sterile in dem Alten, Gewachsenen, wie Kerzen in einer Torte.

Es ist dieses lang Gewachsene wo die Seele einer Metropole wohnt, das Spezielle, was vielen Städten ihren individuellen Charakter verleiht. Orte, die einem nach einem einzigen Augenblick verraten wo man ist, weil diese Orte das Wesen der Stadt ausmachen. Genau diese Orte habe ich in Shanghai vermisst. Shanghai hat Effizienz und Moderne. Sogar sehr viel davon. Aber hat es einen unverwechselbaren Charakter? Ich weiß es nicht.