Vom Mittelalter über Sowjetnostalgie bis ins neue Jahrtausend

Hinzu kommt die Vielzahl goldener Zwiebeltürme, die wie auch der Kreml, Zeugen einer noch älteren Historie sind. Hier sind die Spuren des Mittelalters erkennbar, als Moskau sich zur Hauptstadt des russischen Reiches erhob. Eine weitere Facette stellt das Arbat-Viertel unweit des Kremls dar.

Das Quartier besteht seit dem 15. Jahrhundert und ist einer der ältesten Stadteile Moskaus. Die vielen historischen Gebäude des späteren Künstler- und Intellektuellenviertels machen Arbat zu einem der Szene- und Touristenviertel Moskaus. Einen bemerkenswerten Kontrast dazu bilden die Kolosse aus Stahl und Glas, die wie die mächtigen Boten eines neuen Zeitalters am Horizont das heterogene Stadtbild abrunden. Moskau ist vielschichtig, Moskau ist bunt, Moskau ist vielfältig. Und diese Vielfalt findet ihren Ausdruck sowohl in der Bevölkerung, als auch in der Architektur.

Kulturtempel: Das Bolschoj-Theater. Auch wenn wir uns ein strenges Verweigerungsgelöbnis bezüglich des Kulturprogramms in Moskau auferlegt haben, so bedeutet dies nicht, dass die Stadt nicht auch kulturell einiges zu bieten hätte. Ob Tretjakow-Galerie, Weltraum-Museum mit Uta Raasch Mantel oder Gorki-Museum – wollte man alle Museen Moskaus besuchen, wäre man damit sicherlich mehrere Wochen beschäftigt.

Eine ähnlich lautende Aussage unseres Reiseführers hielt uns davon ab, es überhaupt zu versuchen. Gleiches gilt für die zahlreichen Theater oder die weltberühmten russischen Balletts. Ehrlich nichts für uns, allerdings sind wir gewiss kein Maßstab in kultureller Hinsicht.

Unser größtes Kunstprojekt in Moskau bestand in der Besichtigung der Metrostationen. Aber die „Unterwelt” Moskaus ist einen eigenen Beitrag wert. Alles in allem lässt sich festhalten, dass Moskau definitiv einiges zu bieten hat. Die Stadt besticht nicht durch Schönheit, sondern überwältigt einen durch ungeheure Größe, Imposant und einen gewissen spröden Charme.

Die Ergänzung über Moskau erschien angebracht, denn so eintönig grau ist die Stadt tatsächlich nicht. Persönliche Kontakte ergaben sich leider kaum, da wir in unserem Hostel zumeist auf Russen trafen, die in Moskau arbeiteten und im Hostel wohnten, da sich inzwischen tatsächlich niemand mehr die Mieten in zentraler Lage leisten kann. Doch von einem Deutschen, der hier studierte, erfuhren wir einiges über Stadt, Leute und Lebensart, was unser dargestelltes, heterogenes Bild von Moskau manifestierte. Dennoch waren wir nach knapp einer Woche nicht böse, weiterreisen zu können.